Beata Taha
Von Beata Taha
Staatlich geprüfte Podologin · Inhaberin der Podologie Berlin mit Praxen in Steglitz und Lichterfelde.
Geprüft: Juli 2026

Warum Sie Fußpilz nicht ignorieren sollten

Die Bedeutung von Fußpflege für Ihre Gesundheit

Fußpilz ist eine weitverbreitete Pilzinfektion der Haut an den Füßen, die häufig unterschätzt oder ignoriert wird. Viele Menschen halten Fußpilz für ein rein kosmetisches Problem und vernachlässigen die richtige Pflege ihrer Füße. Dabei kann eine unbehandelte Fußpilzinfektion ernsthafte gesundheitliche Folgen haben, wenn Fußpilz nicht rechtzeitig behandelt wird. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Sie Fußpilz behandeln sollten und was gegen Fußpilz hilft – sowie wie eine gute Fußpflege Ihre Gesundheit langfristig positiv beeinflussen kann.

Zusammenfassung

Ihre Fußgesundheit im Fokus – Die Wichtigkeit, Fußpilz frühzeitig zu behandeln

Die Folgen einer unbehandelten oder vernachlässigten Fußpilzinfektion können gravierend sein. Typische Fußpilz Symptome sind Juckreiz, Hautschuppen und unangenehmer Geruch. Ohne rechtzeitige Behandlung kann sich die Pilzinfektion auf andere Körperteile ausbreiten und beispielsweise an Händen oder Nägeln zu weiteren Hautproblemen führen. Außerdem besteht die Gefahr einer bakteriellen Superinfektion.

Um diese Probleme zu vermeiden, ist es wichtig, Fußpilz frühzeitig zu behandeln und geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung zu ergreifen. Dazu gehören eine gute Fußhygiene sowie die Verwendung von antimykotischen Produkten wie Fußpilz Cremes oder Sprays. Ebenso empfiehlt es sich, in öffentlichen Bädern, Duschen oder Umkleideräumen Badeschuhe zu tragen und Handtücher ausschließlich persönlich zu benutzen, um eine Ansteckung mit Fußpilz zu vermeiden.

Gestreckte Beine

Ursachen, Symptome und Auswirkungen

Ursachen von Fußpilz

Symptome von Fußpilz

Eines der ersten Symptome von Fußpilz ist starker Juckreiz zwischen den Zehen oder an anderen Stellen des Fußes. Dieser Juckreiz kann sehr unangenehm sein und führt häufig zu Kratzattacken – was wiederum die Ausbreitung der Fußpilzinfektion begünstigt.

Ein weiteres typisches Fußpilz-Symptom sind gerötete Hautstellen an den betroffenen Bereichen. Diese können überall am Fuß auftreten und sind oft mit einem starken Brennen verbunden. In vielen Fällen fühlen sich die geröteten Stellen auch warm oder sogar heiß an.

Schließlich bilden sich bei einer Pilzinfektion der Haut meist kleine Bläschen oder Schuppen auf der Hautoberfläche – ein deutliches Zeichen für eine fortgeschrittene Fußpilzinfektion.

Folgen und Komplikationen von unbehandeltem Fußpilz

Wird Fußpilz ignoriert, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Die Infektion kann sich ausbreiten und auf andere Körperteile wie Hände oder Fingernägel übergehen. Außerdem können Bakterien in offene Wunden in der Haut eindringen, was zu einer schweren Infektion führen kann. In seltenen Fällen kann eine unbehandelte Fußpilzinfektion sogar zu einem Abszess führen, der operativ entfernt werden muss.

Unbehandelte Infektionen können auch die Gesundheit beeinträchtigen, wenn Sie an Diabetes leiden. Zudem können sich unbehandelte Pilzinfektionen verschlimmern und Symptome wie Juckreiz, Schmerzen und Brennen verursachen. Wenn Sie also Anzeichen von Fußpilz bemerken, sollten Sie schnell handeln und eine geeignete Behandlung beginnen.

Präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Fußpilz

Hygieneregeln für die Füße

Um Fußpilz vorzubeugen, sollten Sie Ihre Füße täglich waschen und gründlich zwischen den Zehen trocknen. Verwenden Sie dazu milde Seifen und lauwarmes Wasser. Trocknen Sie Ihre Füße nach dem Waschen gründlich mit einem Handtuch ab und achten Sie darauf, dass keine Feuchtigkeit zurückbleibt.

Das Tragen sauberer Socken ist ebenfalls wichtig für die Fußhygiene. Wechseln Sie Ihre Socken täglich und achten Sie darauf, dass sie aus atmungsaktivem Material bestehen. Baumwollsocken sind ideal.

Geeignetes Schuhwerk

Atmungsaktive Materialien und die richtige Passform spielen dabei eine zentrale Rolle.

Atmungsaktivität ist wichtig, um das Risiko einer Pilzinfektion zu minimieren. Durch den Einsatz hochwertiger Materialien wie Leder oder Mesh wird Feuchtigkeit gut aufgenommen und gleichzeitig wieder abgegeben, wodurch ein angenehmes Klima im Schuh entsteht. Dadurch wird das Wachstum von potenziell schädlichen Bakterien verhindert.

Ebenso wichtig ist es, die richtige Schuhgröße zu wählen. Zu enge oder zu große Schuhe können zu Druckstellen und damit zu Blasen führen – ideale Eintrittspforten für Hautpilze!

Barfußlaufen in öffentlichen Bereichen vermeiden

Eine wirksame Methode zur Vorbeugung von Fußpilzinfektionen besteht darin, das Barfußlaufen in öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern oder Sporthallen zu vermeiden. Diese Orte sind häufig Brutstätten für Pilze und Bakterien, da sich viele Menschen dort ohne Schuhe aufhalten.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die dort herrschende Feuchtigkeit bietet ideale Wachstumsbedingungen für Mikroorganismen wie den Dermatophyten, einen der Hauptverursacher. Wer barfuß geht, setzt sich einem erhöhten Risiko durch infizierte Bodenbereiche aus.

Es wird daher dringend empfohlen, beim Betreten solcher Bereiche geeignete Badeschuhe oder Flip-Flops zu tragen.

woman has athletes foot

Regelmäßige Fußpflege und bewährte Hausmittel

Bedeutung der regelmäßigen Pflege der Füße

Die richtige Fußpflege spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Fußpilz. Die regelmäßige Reinigung der Füße mit warmem Wasser und einer milden Seife entfernt Schmutzpartikel und Bakterien oder Pilze, die sich dort ansammeln können. Achten Sie besonders auf die Zehen und Zehenzwischenräume, denn dort fühlen sich diese Mikroorganismen besonders wohl.

Auch das Entfernen abgestorbener Haut ist wichtig für gesunde Füße. Benutzen Sie einen Bimsstein oder eine spezielle Fußfeile, um überschüssige Hornhaut sanft zu entfernen. Das hält nicht nur Ihre Füße weich und geschmeidig, sondern verringert auch das Infektionsrisiko durch eindringende Keime.

Nach der Reinigung sollten die Füße ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt werden, um ein Austrocknen der Haut zu verhindern (was wiederum Risse begünstigt) und die allgemeine Gesundheit der Füße zu fördern. Am besten tragen Sie nach dem Waschen eine feuchtigkeitsspendende Creme oder Lotion auf die sauberen und trockenen Füße auf. Massieren Sie sie sanft ein, um die Durchblutung zu fördern.

Hausmittel gegen Fußpilz

Eines der bekanntesten Hausmittel ist Teebaumöl. Dieses Öl hat starke antiseptische Eigenschaften und kann helfen, die Ausbreitung des Pilzes zu stoppen. Tragen Sie einfach ein paar Tropfen Teebaumöl auf den betroffenen Hautbereichen auf und wiederholen Sie dies zweimal täglich.

Die Studienlage dazu ist allerdings dünn. In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie von Satchell und Kollegen (2002, Australasian Journal of Dermatology) zeigten 64 Prozent der mit einer 50-prozentigen Teebaumöl-Lösung Behandelten eine mykologische Abheilung, gegenüber 31 Prozent in der Placebogruppe. Teebaumöl kann also unterstützen, ersetzt aber keine erprobte antimykotische Behandlung aus der Apotheke.

Ein weiteres wirksames Hausmittel ist Knoblauch. Dieses Gemüse hat antimykotische Eigenschaften und kann helfen, den Pilz zu bekämpfen. Zerkleinern Sie einige Knoblauchzehen und geben Sie sie in warmes Wasser. Tauchen Sie dann Ihre Füße in das Wasser ein und lassen Sie sie für etwa 30 Minuten einweichen.

Schließlich kann auch Apfelessig bei der Bekämpfung von Fußpilz hilfreich sein. Der Essig hat antibakterielle und antimykotische Eigenschaften und kann dazu beitragen, den Pilz abzutöten. Mischen Sie einfach gleiche Teile Apfelessig und Wasser und tragen Sie diese Lösung zweimal täglich auf die betroffenen Stellen auf.

Bei der Eigenbehandlung sind Hausmittel zwar eine gute Option, aber wenn die Infektion schwerwiegend ist oder länger als ein bis zwei Wochen dauert, sollten Sie unbedingt einen Arzt oder eine kosmetische Fußpflege aufsuchen.

Fachliche Unterstützung bei Fußproblemen

Wann sollte man einen Podologen oder einen Arzt aufsuchen?

Es gibt verschiedene Anzeichen und Symptome, bei denen eine professionelle Beratung dringend empfohlen wird. Zunächst einmal sind anhaltende Schmerzen in den Füßen kein Zustand, den man einfach ignorieren sollte. Wenn die Schmerzen länger bestehen bleiben oder sich verschlimmern, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass eine ernstere Erkrankung vorliegt.

Auch Veränderungen an Haut oder Nägeln sollten ernst genommen werden. Wenn Sie beispielsweise Verdickungen, Verfärbungen oder eine Gelbfärbung der Nägel bemerken, kann dies auf eine Nagelpilzinfektion hinweisen. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Arzt oder Podologen aufzusuchen, um eine geeignete Diagnose und Behandlung zu erhalten.

Besonders wichtig ist eine fachliche Betreuung für Menschen mit Diabetes. Da Diabetes die Durchblutung und Nervenfunktion der Füße beeinträchtigen kann, besteht ein erhöhtes Risiko für Verletzungen und Infektionen. Deshalb sollten Diabetiker ihre Füße regelmäßig kontrollieren lassen und bei Bedarf eine medizinische Fußpflege durch einen Podologen in Anspruch nehmen.

Diagnose von Fußpilz: Wie stellen Ärztinnen und Ärzte ihn fest?

Zunächst wird der Arzt Ihre Füße untersuchen und nach typischen Anzeichen wie Rötungen, Schuppen oder Bläschen suchen. Dabei kann eine sogenannte Wood-Lampe zum Einsatz kommen, die bestimmte Pilzarten auf der Haut sichtbar macht. Gegebenenfalls wird auch eine Probe des betroffenen Gewebes entnommen und im Labor untersucht.

Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Hautveränderungen an den Füßen durch eine Pilzinfektion verursacht werden – es können auch andere Erkrankungen dahinterstecken. Im Zweifelsfall sollte daher immer ein Facharzt aufgesucht werden.

Fußpilz behandeln: Die Möglichkeiten im Überblick

Fußpilz behandeln Sie am zuverlässigsten mit antimykotischen Cremes, Sprays oder Gelen aus der Apotheke; bei ausgedehntem oder hartnäckigem Befall verordnet die Ärztin oder der Arzt Tabletten. Hausmittel wie Apfelessig oder Teebaumöl können begleitend zur Linderung beitragen, ersetzen aber keine antimykotische Therapie. Die podologische Behandlung ergänzt beide Wege: Sie entfernt befallene Hornhaut fachgerecht und hilft, eine erneute Ansteckung zu vermeiden. Die folgende Übersicht zeigt, welcher Behandlungsweg für wen geeignet ist.

BehandlungswegAnwendungTypische DauerGeeignet für
Hausmittel (z. B. Apfelessig, Teebaumöl, Salzbäder)Fußbäder oder Auftragen auf die betroffenen Stellen, ein- bis zweimal täglichBegleitend, solange Beschwerden bestehenLeichte Anfangsbeschwerden, ergänzend zur antimykotischen Behandlung
Rezeptfreie Antimykotika (Creme, Spray, Gel)Ein- bis zweimal täglich dünn auftragen, auch nach Abklingen der Symptome weiter anwendenEtwa 1 bis 6 Wochen, je nach WirkstoffLeichten bis mittleren Befall der Haut
Verschreibungspflichtige Therapie (Tabletten)Einnahme nach ärztlicher Verordnung, meist einmal täglichMehrere Wochen, je nach BefundAusgedehnten, hartnäckigen oder wiederkehrenden Befall sowie Mitbefall der Nägel
Podologische BehandlungFachgerechtes Abtragen befallener Hornhaut, Nagelpflege, Beratung zu Hygiene und SchuhwerkEinzeltermine, bei Bedarf regelmäßigDiabetiker, Menschen mit Durchblutungsstörungen und alle mit wiederkehrendem Fußpilz

In meiner Praxis in Berlin-Steglitz sehe ich oft, dass Patienten mehrere Wege gleichzeitig ausprobieren und dann keinen davon konsequent durchziehen. Mein Rat: Entscheiden Sie sich für eine antimykotische Behandlung, halten Sie die empfohlene Anwendungsdauer ein und nutzen Sie Hausmittel höchstens ergänzend. Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen gehört die Behandlung von Anfang an in ärztliche und podologische Hände.

Wie lange dauert die Behandlung von Fußpilz?

Die Behandlung von Fußpilz dauert in der Regel ein bis sechs Wochen, abhängig vom Wirkstoff und vom Ausmaß des Befalls. Cremes mit Terbinafin werden meist ein bis zwei Wochen angewendet, Wirkstoffe wie Clotrimazol oder Bifonazol drei bis vier Wochen. Wichtig ist, das Mittel nach dem Abklingen der Symptome noch etwa zwei Wochen weiter aufzutragen, damit keine Pilzsporen in der Hornschicht zurückbleiben.

Zur Einordnung: Nach einer Auswertung des IQWiG waren in Studien nach etwa sechs Wochen rund 73 von 100 Behandelten den Fußpilz los. Verordnet die Ärztin oder der Arzt Tabletten, etwa bei ausgedehntem Befall oder Mitbefall der Nägel, zieht sich die Behandlung über mehrere Wochen, bei einer Nagelpilzbehandlung oft über Monate. Tritt nach vier Wochen konsequenter Anwendung keine Besserung ein, lassen Sie den Befund ärztlich abklären.

Auch eine Cochrane-Übersichtsarbeit von Crawford und Hollis (2007), die zahlreiche Studien zu äußerlich angewendeten Mitteln ausgewertet hat, kommt zu dem Ergebnis, dass Terbinafin der wirksamste Wirkstoff zum Auftragen ist. Das passt zur vergleichsweise kurzen Anwendungsdauer von Terbinafin-Cremes.

Behandlungsoptionen bei Fußpilz

Eine der gängigsten Möglichkeiten, Fußpilz zu behandeln, sind medizinische Salben oder Cremes. Sie enthalten antimykotische Wirkstoffe wie Clotrimazol oder Terbinafin, die den Pilz bekämpfen und seine Ausbreitung stoppen können. Es ist wichtig, diese Mittel nach Anweisung des Arztes über den gesamten vorgeschriebenen Zeitraum anzuwenden, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind.

In einigen Fällen kann eine zusätzliche orale Therapie mit Antimykotika erforderlich sein. Ihr Arzt kann Ihnen entsprechende Medikamente verschreiben, die von innen gegen die Pilzerreger im ganzen Körper wirken.

Ein relativ neuer Ansatz zur Behandlung von Fußpilz ist die Lasertherapie. Bei diesem schonenden Verfahren wird gezielt Lichtenergie eingesetzt, um den Pilz abzutöten, ohne das darunter liegende Gewebe zu schädigen. Diese Methode hat sich als vielversprechend erwiesen, allerdings sind noch weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um ihre langfristige Wirksamkeit zu bestätigen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wahl der Behandlungsmethode bei Fußpilz von den individuellen Umständen abhängt. Konsultieren Sie daher immer einen Facharzt für Dermatologie oder einen Podologen, um eine genaue Diagnose und anschließend die bestmögliche Therapieempfehlung zu erhalten.

Füße im Pool

Podologin Beata Taha über Fußpilz

„In unserer Praxis in Berlin-Steglitz und Lichterfelde sehen wir täglich Patienten mit Fußpilz. Viele kommen erst, wenn die Infektion bereits auf die Nägel übergegangen ist. Meine Empfehlung: Bei ersten Anzeichen wie Juckreiz oder Rötung zwischen den Zehen sofort handeln. Ein Fußbad mit Apfelessig kann kurzfristig lindern, ersetzt aber keine professionelle Diagnose. Besonders Diabetiker und Menschen mit Durchblutungsstörungen sollten Fußpilz nie selbst behandeln – die Risiken sind zu hoch.“

— Beata Taha, staatlich geprüfte Podologin, Podologie Berlin

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Wie entsteht Fußpilz?

Fußpilz, medizinisch Tinea pedis, entsteht durch Fadenpilze (Dermatophyten), die sich auf der Haut ansiedeln und von Hornsubstanz ernähren. Sie fühlen sich überall dort wohl, wo es warm und feucht ist. Typische Auslöser sind enge, luftundurchlässige Schuhe, verschwitzte Socken und feuchte Böden in Schwimmbädern, Saunen oder Gemeinschaftsduschen. Die Ansteckung passiert meist über kleine Hautschüppchen, die infizierte Personen verlieren. Barfußlaufen auf solchen Flächen ist der häufigste Übertragungsweg, den ich in der Praxis sehe. Begünstigt wird die Infektion durch eine geschwächte Immunabwehr, Durchblutungsstörungen und Diabetes.

Fußpilz geht nicht weg trotz Creme: was jetzt zu tun ist

Sehr viele Patienten kommen zu mir, weil die Creme aus der Apotheke nicht angeschlagen hat. Das liegt selten am Mittel selbst, sondern fast immer an der Anwendung. Die häufigsten Gründe und was hilft:

  • Zu früh abgesetzt: Sobald der Juckreiz weg ist, hören viele auf. Die Pilzsporen sitzen aber noch in der Hornschicht. Tragen Sie die Creme nach Anweisung weiter, in der Regel noch zwei bis vier Wochen nach Abklingen der Symptome.
  • Reinfektion aus Schuhen und Socken: Ohne Hygiene steckt man sich aus den eigenen Schuhen immer wieder an. Socken bei 60 Grad waschen, Schuhe behandeln, Handtücher nicht teilen.
  • Falsche Annahme: Nicht jede schuppige Stelle ist Fußpilz. Steckt etwas anderes dahinter, wirkt das Mittel nicht.
  • Tabletten nötig: Bei hartnäckigem oder ausgedehntem Befall reicht eine Creme manchmal nicht. Dann kann die Ärztin oder der Arzt ein Medikament zum Einnehmen verordnen.

Zur Einordnung: Eine Übersicht des IQWiG nennt, dass Fußpilz ohne Behandlung nur bei etwa 17 von 100 Personen von allein verschwindet, mit antimykotischer Behandlung dagegen bei rund 73 von 100. Konsequenz lohnt sich also. Mein Rat: Bessert sich nach mehreren Wochen konsequenter Anwendung nichts oder breitet sich der Befall aus, lassen Sie es abklären. Oft ist auch der Nagel mitbetroffen, dann braucht es einen anderen Weg, etwa eine Nagelpilzbehandlung.

Kann man mit Fußpilz zur Fußpflege oder zum Podologen?

Ja, und oft ist das sogar sinnvoll. Wichtig zur Einordnung: Als Podologin verschreibe ich keine Medikamente, das ist Sache der Ärztin oder des Arztes. Was ich aber tue: Ich beurteile, ob wirklich Fußpilz vorliegt oder ob der Nagel mitbetroffen ist, entferne fachgerecht befallene Hornhaut, in der sich Pilzsporen halten, und zeige Ihnen, wie Sie Schuhe, Socken und Pflege so umstellen, dass der Pilz nicht wiederkommt. Gerade bei Diabetikern und Menschen mit Durchblutungsstörungen ist die medizinische Fußpflege ein wichtiger Baustein, weil kleine Verletzungen hier schlecht heilen.

Wann zum Podologen, wann zum Arzt?

Zum Arzt gehört Fußpilz immer dann, wenn eine Diagnose oder Medikamente nötig sind; zum Podologen, wenn es um die fachgerechte Fußpflege und die Vorbeugung einer erneuten Ansteckung geht. Beide Wege schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich in vielen Fällen sinnvoll.

  • Zum Arzt (Hausarzt oder Dermatologe): bei unklaren Hautveränderungen, nässenden oder schmerzhaften Stellen, ausgedehntem oder wiederkehrendem Befall, Mitbefall der Nägel sowie grundsätzlich bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder geschwächtem Immunsystem.
  • Zum Podologen: zum fachgerechten Abtragen befallener Hornhaut, zur Einschätzung, ob der Nagel mitbetroffen ist, und für eine Beratung zu Schuhen, Socken und Hygiene, damit der Pilz nicht wiederkommt.

Übernimmt die Krankenkasse die Behandlung von Fußpilz?

Die Krankenkasse übernimmt die Fußpilz-Behandlung nur teilweise: Verschreibungspflichtige Medikamente wie Tabletten zahlt die gesetzliche Kasse bei ärztlicher Verordnung bis auf die übliche Zuzahlung, rezeptfreie Cremes aus der Apotheke tragen Erwachsene dagegen in der Regel selbst. Für die podologische Behandlung gilt: Mit einer Heilmittelverordnung übernimmt die Kasse die podologische Therapie, vor allem beim diabetischen Fußsyndrom und bei bestimmten Nerven- oder Wundheilungsstörungen am Fuß.

Wie Sie an eine solche Verordnung kommen, lesen Sie in unseren Ratgebern Podologie auf Rezept: Wer bekommt eine Heilmittelverordnung? und Der Weg zum Rezept. Ohne Verordnung behandeln wir Sie selbstverständlich als Selbstzahler, die Kosten finden Sie transparent in unserer Preisliste.

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Häufig gestellte Fragen zu Fußpilz

Was hilft gegen Fußpilz?

Am wirksamsten sind antimykotische Cremes, Sprays oder Gele aus der Apotheke mit Wirkstoffen wie Terbinafin oder Clotrimazol. Sie werden ein bis sechs Wochen angewendet, auch noch nach dem Abklingen der Symptome. Bei ausgedehntem oder hartnäckigem Befall kann die Ärztin oder der Arzt Tabletten verordnen. Hausmittel können begleitend zur Linderung beitragen.

Kann man mit Fußpilz zur Fußpflege?

Ja, mit Fußpilz dürfen Sie zur medizinischen Fußpflege beim Podologen, und oft ist das sogar sinnvoll. Befallene Hornhaut wird fachgerecht entfernt, und Sie erhalten eine Beratung zu Hygiene, Socken und Schuhen. Medikamente verschreibt allerdings nur die Ärztin oder der Arzt. Sagen Sie den Befall am besten vor dem Termin an.

Hilft Apfelessig gegen Fußpilz?

Apfelessig kann durch seine antibakteriellen und antimykotischen Eigenschaften zur Linderung beitragen, ersetzt aber keine antimykotische Behandlung; ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis fehlt. Wer ihn nutzen möchte, mischt Apfelessig und Wasser zu gleichen Teilen und trägt die Lösung zweimal täglich auf. Bessert sich nichts, sollte eine Creme aus der Apotheke zum Einsatz kommen.

Wie lange dauert die Behandlung von Fußpilz?

Je nach Wirkstoff etwa ein bis sechs Wochen: Terbinafin-Cremes werden meist ein bis zwei Wochen angewendet, Clotrimazol oder Bifonazol drei bis vier Wochen. Nach dem Abklingen der Symptome sollte das Mittel noch rund zwei Wochen weiter aufgetragen werden. Bei Tabletten oder Mitbefall der Nägel dauert die Behandlung deutlich länger.

Fußpilz geht trotz Behandlung nicht weg, was kann ich tun?

Die häufigsten Ursachen sind eine zu kurz durchgeführte Anwendung, eine erneute Ansteckung aus den eigenen Schuhen und Socken oder ein unbemerkter Mitbefall der Nägel. Waschen Sie Socken bei 60 Grad, behandeln Sie die Schuhe und halten Sie die Anwendungsdauer ein. Bessert sich nach vier Wochen nichts, lassen Sie den Befund ärztlich abklären.

Erste-Hilfe-Strategie: 5 Sofortmaßnahmen bei Fußpilz

Bei ersten Anzeichen wie Juckreiz oder Rötungen in den Zehenzwischenräumen sollten Sie schnell handeln.

  • Gründliche Reinigung: Zehenzwischenräume nach jedem Waschen sorgfältig trocknen – Feuchtigkeit ist der größte Verbündete des Pilzes.
  • Textilhygiene: Socken, Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 60 °C waschen.
  • Schuhdesinfektion: Schuhe regelmäßig desinfizieren und gründlich auslüften.
  • Separate Handtücher: Für die Füße stets ein eigenes Handtuch verwenden.
  • Unterstützende Hausmittel: Salzbäder (5 EL Salz in warmem Wasser, 10–20 Min.) lindern Juckreiz. Backpulver zwischen den Zehen entzieht Feuchtigkeit.

Diese Maßnahmen ersetzen keine antimykotische Therapie, beschleunigen jedoch die Linderung und unterstützen die Heilung.

Fußpilz zwischen den Zehen: Die häufigste Form

Fußpilz zwischen den Zehen (interdigitaler Fußpilz) ist die mit Abstand häufigste Form der Erkrankung. In meiner Praxis sehe ich diese Variante bei fast jedem zweiten Fußpilz-Patienten. Der Pilz siedelt sich bevorzugt im feuchtwarmen Milieu der Zehenzwischenräume an, besonders zwischen dem vierten und fünften Zeh.

Typische Anzeichen sind Rötung, Jucken, schuppige oder aufgeweichte Haut und kleine Risse zwischen den Zehen. Wenn Sie diese Symptome bemerken, sollten Sie nicht abwarten. Je früher Sie handeln, desto einfacher ist die Behandlung. Mehr dazu in unserem ausführlichen Artikel: Fußpilz zwischen den Zehen: Erkennen, Behandeln, Vorbeugen.

Fußpilz Medikamente: Welcher Wirkstoff für welchen Befall?

Bei der medikamentösen Behandlung von Fußpilz kommen verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz. Die Wahl hängt vom Schweregrad und der Art des Befalls ab.

WirkstoffDarreichungAnwendungWirkspektrum
ClotrimazolCreme, Spray2-3x täglich, 2-4 WochenBreit, auch gegen Hefen
TerbinafinCreme, Spray, Tabletten1-2x täglich, 1-2 Wochen (Creme)Stark gegen Dermatophyten
CiclopiroxCreme, Lösung2x täglich, 2-4 WochenBreit, auch entzündungshemmend
BifonazolCreme1x täglich, 3-4 WochenBreit, langsame Freisetzung

Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sind die meisten antimykotischen Cremes bei leichtem bis mittlerem Fußpilz ähnlich wirksam. Bei schwerem oder wiederkehrendem Befall kann eine Kombination aus lokaler und systemischer Therapie sinnvoll sein.

Für die Behandlung mit Tabletten liefert eine Cochrane-Übersichtsarbeit von Bell-Syer und Kollegen (2012) einen Anhaltspunkt: In der Auswertung war Terbinafin dem älteren Wirkstoff Griseofulvin bei der Abheilung deutlich überlegen (zusammengefasstes Risikoverhältnis 2,26; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,49 bis 3,44). Welcher Wirkstoff im Einzelfall infrage kommt, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt.

Viele Patienten brechen die Behandlung ab, sobald die Symptome nachlassen. Das ist einer der häufigsten Fehler. Der Pilz ist dann noch nicht vollständig beseitigt und kommt innerhalb weniger Wochen zurück. Halten Sie die Behandlungsdauer unbedingt ein.

Beata Taha, staatlich geprüfte Podologin

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Quellen

Wissenschaftliche Studien

  • Crawford F, Hollis S (2007): Topical treatments for fungal infections of the skin and nails of the foot. Cochrane Database of Systematic Reviews, CD001434. Zur Übersichtsarbeit (Cochrane)
  • Bell-Syer SE, Khan SM, Torgerson DJ (2012): Oral treatments for fungal infections of the skin of the foot. Cochrane Database of Systematic Reviews, CD003584. Zur Übersichtsarbeit (PubMed)
  • Satchell AC, Saurajen A, Bell C, Barnetson RS (2002): Treatment of interdigital tinea pedis with 25% and 50% tea tree oil solution: a randomized, placebo-controlled, blinded study. Australasian Journal of Dermatology 43(3):175–178. Zur Studie (PubMed)

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Medizinischer Hinweis

Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung, Diagnose oder Behandlung durch eine Podologin, einen Podologen oder eine Ärztin bzw. einen Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Praxis. Die hier beschriebenen Maßnahmen sind allgemeine Empfehlungen und können im Einzelfall abweichen.

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