Nagelpilz behandeln heißt vor allem, die passende Methode für den jeweiligen Befall zu wählen und lange genug dabeizubleiben. In meiner Praxis sehe ich regelmäßig Menschen, die seit Monaten einen Lack auftragen und keinen Fortschritt bemerken. Meist liegt das nicht am Mittel selbst. Der Befall ist dann für eine äußerliche Behandlung schon zu weit fortgeschritten, oder der verdickte Nagel lässt den Wirkstoff gar nicht bis zum Pilz durch. In diesem Ratgeber erkläre ich, welche Behandlungswege es gibt, was Studien über ihre Wirkung sagen, wie lange eine Nagelpilzbehandlung realistisch dauert und womit Sie bei den Kosten rechnen müssen.
Das Wichtigste in Kürze
- Lack oder Creme reichen meist nur, wenn höchstens gut die Hälfte des Nagels befallen ist, die Nagelwurzel frei ist und nur einzelne Nägel betroffen sind.
- Bei stärkerem Befall sind oft Tabletten nötig, die eine Ärztin oder ein Arzt verschreibt.
- Das fachgerechte Abtragen verdickter Nägel hilft, dass Wirkstoffe den Pilz überhaupt erreichen.
- Rechnen Sie mit mehreren Monaten bis zu einem Jahr, bis ein gesunder Nagel nachgewachsen ist.
- Wie wir in der Praxis vorgehen, lesen Sie auf unserer Seite zur Nagelpilzbehandlung in Berlin.
Welche Behandlung hilft gegen Nagelpilz?
Welche Behandlung gegen Nagelpilz hilft, hängt vor allem davon ab, wie weit sich der Pilz ausgebreitet hat. Ein kleiner Befall am vorderen Nagelrand lässt sich oft äußerlich mit Lack oder Creme behandeln. Ein dicker, stark verfärbter Nagel oder ein Befall, der von der Nagelwurzel ausgeht, braucht meist Tabletten.
Nagelpilz ist weit verbreitet. Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sind schätzungsweise 3 bis 12 Prozent der Bevölkerung betroffen, ältere Menschen häufiger als jüngere (gesundheitsinformation.de). Am häufigsten sitzt der Pilz an den Nägeln der großen Zehen. Wer unsicher ist, ob es sich überhaupt um Pilz handelt, findet in unserem Ratgeber zu den ersten Anzeichen von Nagelpilz eine gute Orientierung.
Grundsätzlich gibt es vier Wege, die sich oft kombinieren lassen: äußerliche Mittel, Tabletten, die podologische Behandlung des Nagels und Geräte wie Laser. Die folgende Übersicht fasst zusammen, wann welcher Weg infrage kommt und was Studien über die Wirkung sagen.
| Methode | Geeignet bei | Dauer | Was Studien zeigen |
|---|---|---|---|
| Nagellack mit Amorolfin oder Ciclopirox | Höchstens gut die Hälfte des Nagels befallen, Nagelwurzel frei, einzelne Nägel | Bis zu einem Jahr | Ciclopirox: nach einem Jahr bei etwa 30 von 100 Personen kein Pilz mehr nachweisbar, ohne Lack bei etwa 10 von 100 |
| Set aus Harnstoff- und Bifonazol-Creme | Einzelne Nägel, befallener Nagel wird aufgeweicht und abgetragen | Einige Wochen | Drei Monate nach Ende bei etwa 51 von 100 pilzfrei, mit Harnstoff allein etwa 41; nach sechs Monaten kein Unterschied mehr |
| Tabletten mit Terbinafin oder Itraconazol | Mehrere Nägel, großflächiger Befall, Nagelwurzel betroffen | Terbinafin etwa 3 bis 4 Monate, Itraconazol höchstens 3 Monate | Terbinafin: ein Jahr später bei etwa 76 von 100 pilzfrei, ohne Behandlung etwa 17 von 100 |
| Podologische Behandlung | Verdickte, schwer zugängliche Nägel, als Ergänzung zu Lack oder Tabletten | Begleitend über die gesamte Behandlungszeit | Das IQWiG nennt die Podologie bei schwerem Nagelpilz als Möglichkeit, etwa zum Abschleifen dicker Nägel |
| Laser | Nur als Selbstzahlerleistung angeboten | Mehrere Sitzungen | Wirksamkeit nicht durch gute Studien nachgewiesen |
Nagelpilz mit Lack oder Creme behandeln
Mit Lack oder Creme lässt sich Nagelpilz behandeln, solange der Befall begrenzt ist. Fachleute ziehen eine äußerliche Behandlung in Erwägung, wenn höchstens gut die Hälfte des Nagels betroffen ist, die Nagelwurzel nicht infiziert ist und nur einzelne Nägel befallen sind.
Medizinische Nagellacke gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Sie enthalten in der Regel einen der Wirkstoffe Amorolfin oder Ciclopirox. Vor dem ersten Auftragen wird der befallene Nagel gekürzt und so weit wie möglich abgefeilt. Amorolfin wird einmal pro Woche aufgetragen. Ciclopirox als Acryllack kommt im ersten Monat jeden zweiten Tag auf den Nagel, im zweiten Monat mindestens zweimal pro Woche und ab dem dritten Monat einmal pro Woche. Wasserlösliche Ciclopirox-Lacke werden täglich aufgetragen. Eine Übersicht über typische Produkte aus der Werbung finden Sie in unserem Beitrag über rezeptfreie Mittel gegen Nagelpilz.
Die Studienlage zu äußerlichen Mitteln ist dünn. Amorolfin ist laut IQWiG bislang nicht gut untersucht. Für Ciclopirox-Lack zeigten Studien nach einem Jahr, dass bei etwa 30 von 100 Personen kein Nagelpilz mehr nachweisbar war, ohne Lack bei etwa 10 von 100. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit (Foley und Kollegen, 2020) mit 56 Studien und 12.501 Teilnehmenden kommt zu einem ähnlichen Bild: Äußerliche Mittel wirken, vollständig unauffällige und pilzfreie Nägel erreichen damit aber vergleichsweise wenige Betroffene.
Eine Alternative zum Lack sind Behandlungs-Sets mit zwei Cremes. Die erste enthält Harnstoff und weicht den befallenen Nagel auf, sodass er Schicht für Schicht abgetragen werden kann. Die zweite enthält den pilzhemmenden Wirkstoff Bifonazol. In einer Studie war drei Monate nach der Behandlung bei etwa 51 von 100 Teilnehmenden kein Pilz mehr nachweisbar, mit Harnstoff allein bei etwa 41 von 100. Nach sechs Monaten war der Unterschied allerdings verschwunden, und bei vielen kam der Pilz zurück.
Nagelpilz ohne Tabletten behandeln: wann das reicht
Ohne Tabletten auszukommen ist realistisch, wenn der Pilz früh erkannt wird und nur den vorderen oder seitlichen Nagelrand betrifft. Auch bei Kindern wird eher äußerlich behandelt, weil die meisten Tabletten für sie nicht zugelassen sind und ihre dünneren Nägel schneller wachsen. Ein weißer, oberflächlicher Nagelpilz wird ebenfalls häufig mit Lack oder Creme behandelt.
Aus meiner Erfahrung entscheidet vor allem eines über den Erfolg: ob der Wirkstoff den Pilz erreicht. Auf einem Nagel, der schon mehrere Millimeter dick ist, bleibt der Lack an der Oberfläche. Deshalb trage ich in solchen Fällen die verdickten Schichten zuerst ab, bevor die äußerliche Behandlung überhaupt eine Chance hat. Wie dicke Zehennägel entstehen und wann sie gar nichts mit Pilz zu tun haben, erkläre ich in einem eigenen Beitrag.
Tabletten gegen Nagelpilz: wann sie nötig sind
Tabletten gegen Nagelpilz sind meist nötig, wenn mehrere Nägel betroffen sind, der Befall großflächig ist oder von der Nagelwurzel ausgeht. In diesen Fällen hilft laut IQWiG höchstwahrscheinlich nur eine Behandlung von innen. Die Tabletten sind verschreibungspflichtig, eine Ärztin oder ein Arzt muss sie verordnen.
Infrage kommen vor allem die Wirkstoffe Terbinafin und Itraconazol. Die Behandlung dauert mit Itraconazol höchstens 3 Monate, mit Terbinafin etwa 3 bis 4 Monate, je nach Schema durchgehend oder mit Pausen. Fluconazol wird erst eingesetzt, wenn andere Mittel nicht ausreichend geholfen haben, und dann über 6 bis 12 Monate einmal pro Woche eingenommen. Mögliche Nebenwirkungen sind vor allem Magen-Darm-Beschwerden.
Die Studienlage ist bei Tabletten deutlich besser als bei Lacken. Ein Jahr nach einer dreimonatigen Behandlung mit Terbinafin war bei etwa 76 von 100 Personen kein Nagelpilz mehr nachweisbar, ohne Behandlung bei etwa 17 von 100. Für Itraconazol lag der Wert bei etwa 43 von 100 gegenüber 7 von 100. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit (Kreijkamp-Kaspers und Kollegen, 2017) mit 48 Studien und 10.200 Teilnehmenden fand hochwertige Belege dafür, dass Terbinafin und sogenannte Azole besser wirken als ein Scheinmedikament, wobei Terbinafin wahrscheinlich die besseren Ergebnisse erzielt.
Bei einem ausgeprägten Befall lassen sich Tabletten mit Lack oder Creme kombinieren. Ist der Nagel sehr dick, kann er zusätzlich mit einer harnstoffhaltigen Creme aufgeweicht oder in Teilen abgeschliffen werden. Zu wem Sie für das Rezept am besten gehen, lesen Sie im Beitrag Nagelpilz: welcher Arzt?. Für Schwangere gelten besondere Regeln, die ich im Ratgeber Nagelpilz in der Schwangerschaft zusammengefasst habe.
Was macht ein Podologe bei Nagelpilz?
Ein Podologe trägt bei Nagelpilz die verdickten und befallenen Nagelanteile fachgerecht ab, damit Lack oder Creme den Pilz erreichen können. Dazu kommen die Pflege der umgebenden Haut und eine Beratung, wie Sie eine erneute Ansteckung vermeiden. Die Podologie ersetzt keine ärztliche Behandlung, sie macht sie aber oft erst wirksam.
In der Praxis beginnt die Behandlung mit einem genauen Blick auf den Nagel. Nicht jeder verfärbte oder verdickte Nagel ist ein Pilz, auch eine Nagelpsoriasis oder ein verdickter Nagel ohne Pilz sieht ähnlich aus. Sicherheit gibt ein Nachweis, etwa mit einem Nagelpilz-Test in der Praxis oder über eine Laboruntersuchung. Anschließend fräse ich die befallenen Schichten schonend ab. Weil abgetragenes Nagelmaterial ansteckende Pilzsporen enthalten kann, ist dabei eine gründliche Hygiene wichtig, wie auch das IQWiG betont.
Kann man mit Nagelpilz zur Fußpflege gehen?
Ja, zur medizinischen Fußpflege können und sollten Sie mit Nagelpilz gehen. Gerade dann ist die fachgerechte Behandlung des Nagels sinnvoll. Sagen Sie bei der Terminbuchung Bescheid, dass Sie Nagelpilz haben. In einer podologischen Praxis werden die Instrumente nach jeder Behandlung aufbereitet, sodass keine Gefahr für andere Patientinnen und Patienten entsteht.
Kaltplasma bei Nagelpilz
Einige Praxen, auch unsere, bieten zusätzlich eine Behandlung mit Kaltplasma an. Dabei wird ionisiertes Gas auf den Nagel geleitet, das Pilze schädigen soll. Ehrlicherweise muss man sagen, dass es dazu bislang wenige unabhängige Studien gibt. Ich setze Kaltplasma deshalb als Ergänzung ein und bespreche vorher offen, was es leisten kann und was nicht. Details finden Sie auf unserer Seite zur Kaltplasma-Therapie bei Nagelpilz.
„Die meisten Enttäuschungen bei Nagelpilz entstehen, wenn ein Lack auf einen dicken Nagel trifft. Der Wirkstoff kommt dann nicht dort an, wo der Pilz sitzt. Deshalb trage ich verdickte Nagelschichten zuerst ab und sage ehrlich, ob Lack noch reicht oder ob Tabletten von der Ärztin der bessere Weg sind.“
Beata Taha, staatlich geprüfte Podologin
Laser gegen Nagelpilz: was die Studienlage sagt
Laserbehandlungen gegen Nagelpilz sind nicht durch gute Studien belegt. Dabei wird der Nagel mit Infrarot- oder UV-Licht bestrahlt, das die Pilze abtöten soll. Das IQWiG weist darauf hin, dass die Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist und Laser keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen ist. Auch die Cochrane-Übersicht von 2020 konnte für den untersuchten Laser keine sichere Aussage treffen, weil Gerätebehandlungen in den Studien kaum vertreten waren. Wer einen Laser ausprobieren möchte, sollte ihn als Selbstzahlerleistung mit offenem Ausgang betrachten und nicht als Ersatz für Lack oder Tabletten.
Helfen Hausmittel gegen Nagelpilz?
Hausmittel helfen gegen Nagelpilz nicht zuverlässig und ersetzen keine wirksame Behandlung. Teebaumöl, Essig oder Natron werden oft empfohlen, gute Belege für eine Wirkung auf den Nagelpilz gibt es kaum. Welche Hausmittel ich als Podologin einordne und wo sie eher schaden, lesen Sie im Beitrag Nagelpilz Hausmittel: was wirklich hilft. Mein Rat: Wer Hausmittel ausprobiert, sollte nach wenigen Wochen ehrlich prüfen, ob sich etwas verändert hat, und sonst auf eine belegte Methode wechseln.
Wie lange dauert eine Nagelpilzbehandlung?
Eine Nagelpilzbehandlung dauert meist mehrere Monate, bei äußerlicher Behandlung bis zu einem Jahr. Der Grund ist das langsame Nagelwachstum: Der Pilz ist erst besiegt, wenn ein gesunder Nagel vollständig nachgewachsen ist. Zehennägel wachsen bei gesunden jungen Erwachsenen im Schnitt nur etwa 1,62 Millimeter pro Monat, gemessen in einer Studie von Yaemsiri und Kollegen (2010).
Auch wenn Tabletten nach 3 bis 4 Monaten abgesetzt werden, sieht der Nagel zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht gesund aus. Der alte, verfärbte Teil wächst erst nach und nach heraus. Viele brechen die Behandlung in dieser Phase ab, weil sie keinen Unterschied sehen. In meiner Praxis mache ich deshalb zu Beginn ein Foto des Nagels. Beim Vergleich nach einigen Monaten sieht man dann, wie viel gesunder Nagel von der Wurzel her nachgekommen ist, auch wenn die Spitze noch verfärbt ist.
Was kostet die Nagelpilzbehandlung?
Die Kosten einer Nagelpilzbehandlung hängen von der Methode ab. Medizinische Nagellacke und Creme-Sets kaufen Sie rezeptfrei in der Apotheke. Tabletten sind verschreibungspflichtig und laufen über das Rezept Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Laserbehandlungen müssen Sie laut IQWiG selbst bezahlen.
Die podologische Behandlung von Nagelpilz allein ist in der Regel keine Kassenleistung. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Podologie nur mit ärztlicher Verordnung bei bestimmten Grunderkrankungen, etwa beim diabetischen Fuß. Welche Regeln genau gelten, erkläre ich im Beitrag Was kostet medizinische Fußpflege?.
In unserer Praxis kostet die klassische Nagelpilzbehandlung 55 Euro, eine Kaltplasma-Sitzung 75 Euro, für mehrere Sitzungen gibt es Pakete. Den Nagelpilz-Schnelltest bieten wir für 99 Euro an. Alle aktuellen Preise stehen in unserer Preisliste (Stand September 2026).
Rückfälle vermeiden: so bleibt der Nagel pilzfrei
Um einen Rückfall zu vermeiden, sollten Sie Pilzsporen in Wäsche und Schuhen konsequent beseitigen. Das IQWiG empfiehlt, Socken, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad zu waschen oder spezielle Hygienespüler zu verwenden. In Schuhen können Pilzsporen ein halbes Jahr und länger überleben, deshalb sollten sie nach einer Pilzinfektion desinfiziert werden. Wie gut diese Maßnahmen Rückfälle tatsächlich verhindern, ist allerdings nicht in aussagekräftigen Studien untersucht.
Aus meiner Praxis kann ich sagen: Häufig steckt hinter einem wiederkehrenden Nagelpilz ein unbehandelter Fußpilz zwischen den Zehen, von dem aus der Pilz immer wieder auf den Nagel übergeht. Deshalb gehört die Haut immer mitbehandelt, wie im Ratgeber Fußpilz behandeln beschrieben. Warum der Pilz trotz Behandlung zurückkommen kann, lesen Sie unter Nagelpilz kommt immer wieder. Wie Sie Ihre Familie schützen, zeigen unsere Hygiene-Regeln bei Nagelpilz und der Beitrag Ist Nagelpilz ansteckend?.
Wann Sie mit Nagelpilz zur Ärztin oder zum Arzt sollten
Mit Nagelpilz sollten Sie ärztlichen Rat einholen, wenn mehrere Nägel betroffen sind, der Pilz von der Nagelwurzel ausgeht oder Sie Diabetes beziehungsweise ein geschwächtes Immunsystem haben. Bei diesen Menschen kann ein Nagelpilz laut IQWiG auch das Risiko für eine bakterielle Infektion erhöhen. Ärztlicher Rat ist außerdem sinnvoll, wenn unklar ist, ob überhaupt ein Pilz vorliegt, oder wenn eine äußerliche Behandlung nach einigen Monaten keinen Fortschritt zeigt.
Je früher der Pilz erkannt wird, desto eher reicht eine äußerliche Behandlung. Typische Frühzeichen sind weißliche oder gelbliche Flecken am vorderen Nagelrand und ein Nagel, der brüchiger wird. Ob ein Schnelltest aus der Apotheke dabei weiterhilft, habe ich im Beitrag zum Nagelpilz-Schnelltest geprüft.
Fazit: Nagelpilz behandeln braucht die passende Methode und Geduld
Wer Nagelpilz behandeln möchte, sollte zuerst einschätzen lassen, wie weit der Befall reicht. Bei einzelnen, wenig befallenen Nägeln sind Lack oder Creme ein vernünftiger Anfang, bei stärkerem Befall führen Tabletten vom Arzt zu deutlich besseren Ergebnissen. Die podologische Behandlung sorgt in beiden Fällen dafür, dass die Wirkstoffe den Pilz erreichen und der Nagel gepflegt bleibt. Planen Sie mehrere Monate ein und geben Sie nicht auf, bevor der gesunde Nagel nachgewachsen ist.
Häufige Fragen zur Nagelpilzbehandlung
Was macht ein Podologe bei Nagelpilz?
Ein Podologe trägt die verdickten und befallenen Nagelschichten fachgerecht ab, damit Lack oder Creme den Pilz erreichen. Er pflegt die umgebende Haut, achtet auf strenge Hygiene und zeigt Ihnen, wie Sie Wäsche und Schuhe von Pilzsporen befreien. Die Podologie ergänzt die Behandlung mit Wirkstoffen, ersetzt sie aber nicht.
Was hilft wirklich gegen Nagelpilz?
Am besten belegt sind Tabletten mit Terbinafin: Ein Jahr nach dreimonatiger Einnahme war bei etwa 76 von 100 Personen kein Pilz mehr nachweisbar. Bei begrenztem Befall kommen Lacke mit Ciclopirox oder Amorolfin infrage. Das Abtragen dicker Nagelschichten in der Podologie hilft, dass die Wirkstoffe ankommen.
Kann man mit Nagelpilz zur Fußpflege gehen?
Ja, zur medizinischen Fußpflege können Sie mit Nagelpilz gehen, gerade dann ist sie sinnvoll. Geben Sie bei der Buchung an, dass Sie Nagelpilz haben. In einer podologischen Praxis werden alle Instrumente nach jeder Behandlung aufbereitet, sodass andere Patientinnen und Patienten nicht gefährdet werden.
Welcher Arzt bei Nagelpilz?
Für die Diagnose und ein Rezept über Tabletten sind Hautärztinnen und Hautärzte die erste Adresse, auch die Hausarztpraxis kann weiterhelfen. Die Podologie übernimmt das fachgerechte Abtragen des befallenen Nagels und die Pflege. Am besten wirkt die Kombination aus ärztlicher Behandlung und regelmäßiger podologischer Begleitung.
Was kostet Fußpflege bei Nagelpilz?
Eine podologische Nagelpilzbehandlung ist meist eine Selbstzahlerleistung. In unserer Praxis kostet die klassische Nagelpilzbehandlung 55 Euro, eine Kaltplasma-Sitzung 75 Euro. Die Krankenkasse zahlt Podologie nur mit ärztlicher Verordnung bei bestimmten Grunderkrankungen wie dem diabetischen Fuß. Alle Preise finden Sie in unserer Preisliste.
Quellen
- IQWiG (gesundheitsinformation.de): Nagelpilz: Überblick
- IQWiG (gesundheitsinformation.de): Nagelpilz: Lack, Creme oder Tabletten?
- IQWiG (gesundheitsinformation.de): Podologie: medizinische Fußbehandlung
- AWMF: S1-Leitlinie Onychomykose (Reg.-Nr. 013-003)
Wissenschaftliche Studien
- Kreijkamp-Kaspers S, Hawke K, Guo L, Kerin G, Bell-Syer SE et al. (2017): Oral antifungal medication for toenail onychomycosis. Cochrane Database of Systematic Reviews, CD010031. PubMed 28707751
- Foley K, Gupta AK, Versteeg S, Mays R, Villanueva E et al. (2020): Topical and device-based treatments for fungal infections of the toenails. Cochrane Database of Systematic Reviews, CD012093. PubMed 31978269
- Yaemsiri S, Hou N, Slining MM, He K (2010): Growth rate of human fingernails and toenails in healthy American young adults. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. PubMed 19744178
Weiterführende Artikel zum Thema Nagelpilz
Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung, Diagnose oder Behandlung durch eine Podologin, einen Podologen oder eine Ärztin bzw. einen Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Praxis. Die hier beschriebenen Maßnahmen sind allgemeine Empfehlungen und können im Einzelfall abweichen.


