Geprüft: Juli 2026 · Von Beata Taha, staatlich geprüfte Podologin
Nägel kaputt nach Gelnägeln oder Shellac: Dieses Problem bringt viele Frauen zu mir in die Praxis, oft mit einer Mischung aus Ärger und Sorge. Die Nägel sind nach dem Entfernen der Beschichtung plötzlich dünn, weich, rillig oder lösen sich sogar vom Nagelbett. Die gute Nachricht vorweg: In den meisten Fällen ist der Schaden nicht dauerhaft, denn der Nagel wächst von der Nagelwurzel her komplett neu. Die weniger gute Nachricht: Das braucht Zeit, am Fußnagel deutlich mehr als am Fingernagel. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen aus podologischer Sicht, welche Schäden typisch sind, woran Sie ernste Warnzeichen erkennen und wie Sie Ihre Nägel Schritt für Schritt regenerieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Nicht das Gel selbst schadet dem Nagel, sondern zu starkes Anschleifen, lange Acetonbäder und vor allem das Abhebeln der Beschichtung.
- Typische Schäden: dünne und weiche Nägel, Rillen, weiße raue Flecken, im schlimmeren Fall eine Nagelablösung (Onycholyse).
- Fingernägel erneuern sich in etwa 6 Monaten, Zehennägel brauchen 9 bis 12 Monate, der Großzehennagel oft noch länger.
- Ein geschädigter Nagel ist eine Eintrittspforte für Pilze und Bakterien. Bei Grünfärbung oder Verdacht auf Nagelpilz nicht abwarten.
- Die Podologie kann geschädigte Nägel schonend glätten, schützen und bei Substanzverlust mit Nagelprothetik optisch und funktionell wiederherstellen.
Warum sind Nägel nach Gelnägeln und Shellac oft kaputt?
Nägel sind nach Gelnägeln oder Shellac vor allem deshalb geschädigt, weil bei der Modellage und der Entfernung Substanz von der Nagelplatte verloren geht. Drei Faktoren sind aus podologischer Sicht entscheidend: das Anschleifen vor der Modellage, das Aceton beim Ablösen und die Hebeltechnik beim Entfernen. Jeder dieser Schritte greift eine andere Schwachstelle des Nagels an.
Beim Anschleifen wird die oberste Keratinschicht angeraut, damit das Gel besser haftet. Wird dabei zu viel abgetragen, verliert die Nagelplatte dauerhaft an Dicke. Der Nagel kann diese Schicht nicht reparieren, sie muss komplett herauswachsen. Aceton wiederum entzieht dem Nagel und der umliegenden Haut Fett und Feuchtigkeit. Nach einem langen Acetonbad ist die Nagelplatte spürbar weicher und biegsamer, die Nagelhaut oft trocken und rissig.
Der größte Schaden entsteht aber fast immer beim falschen Entfernen. Wer die Beschichtung abknibbelt, abzieht oder mit einem harten Gegenstand abhebelt, reißt ganze Keratinschichten der Nagelplatte mit ab. Genau diese Nägel sehe ich später in der Praxis: fleckig, rau, dünn und druckempfindlich. Am Fuß kommt ein weiterer Punkt dazu. Zehennägel stecken den ganzen Tag in Schuhen, also in einem feuchtwarmen Klima. Kleine Schäden, die am Fingernagel harmlos bleiben, werden am Zehennagel schneller zum Problem.
Typische Schäden nach Gel und Shellac erkennen
Die häufigsten Schäden nach Gel und Shellac sind dünne weiche Nägel, Rillen, weiße raue Flecken, Nagelablösung und Verfärbungen. Diese Bandbreite deckt sich mit der dermatologischen Fachliteratur: Eine Übersichtsarbeit (Rieder & Tosti, 2016) nennt als typische Folgen kosmetischer Nagelbehandlungen unter anderem eine Nagelablösung, brüchige und splitternde Nägel sowie Strukturschäden durch zu starkes Feilen. Nicht jeder dieser Befunde ist gleich schlimm. Manche wachsen einfach heraus, andere brauchen fachliche Kontrolle. Hier die wichtigsten Bilder im Überblick, wie ich sie regelmäßig an Zehennägeln sehe.
Dünne, weiche und biegsame Nägel
Fühlt sich der Nagel nach dem Entfernen dünn und weich an, wurde meist zu viel von der Nagelplatte abgeschliffen oder das Aceton hat den Nagel stark ausgetrocknet. Solche Nägel brechen schnell ein, reißen an den Ecken und reagieren empfindlich auf Druck. Am Zehennagel kann schon der normale Schuhdruck unangenehm werden. Eine dermatologische Fallserie (Chen et al., 2012) hat diesen Effekt sogar gemessen: Nach Gel-Politur und anschließender Entfernung mit Aceton war die Nagelplatte messbar dünner, in der Ultraschallmessung um rund 20 Prozent.
Rillen und Unebenheiten
Querrillen und Dellen entstehen, wenn die Nagelwurzel oder die Nagelplatte punktuell verletzt wurde, etwa durch zu starkes Fräsen an einer Stelle. Die Rille wandert dann mit dem Nagelwachstum langsam nach vorne. Längsrillen dagegen sind häufig altersbedingt und haben mit der Modellage oft gar nichts zu tun.
Weiße, raue Flecken
Kreidig weiße, raue Stellen auf der Nageloberfläche sind meist sogenannte Granulationen. Dabei wurden beim Ablösen der Beschichtung die obersten Keratinlagen mit abgerissen. Diese Flecken sind kein Kalkmangel, wie viele vermuten, sondern eine oberflächliche Strukturschädigung. Mehr zu Verfärbungen aller Art lesen Sie in meinem Artikel über verfärbte Zehennägel.
Der Nagel löst sich vom Nagelbett (Onycholyse)
Löst sich der Nagel nach einer Gel- oder Shellac-Pediküre teilweise vom Nagelbett, spricht man von einer Onycholyse. Der abgelöste Bereich schimmert weißlich bis gelblich, weil Luft unter die Nagelplatte gelangt. Ursachen sind oft die Hebeltechnik beim Entfernen, Wärmeentwicklung beim Aushärten unter der Lampe oder Feuchtigkeit, die sich unter einer beschädigten Beschichtung staut. Eine Onycholyse gehört immer fachlich kontrolliert, denn der Spalt unter dem Nagel ist ein ideales Milieu für Keime. Ausführlich erkläre ich das Thema im Ratgeber Nagel löst sich vom Nagelbett.
Grünfärbung: die sogenannten Greenies
Eine grünliche Verfärbung unter oder auf dem Nagel entsteht durch Bakterien, meist Pseudomonas, die sich zwischen Beschichtung und Nagelplatte angesiedelt haben. Das passiert, wenn sich die Modellage teilweise abgelöst hat und Feuchtigkeit eingedrungen ist. Wichtig: Grün ist kein Schönheitsproblem, sondern ein klares Signal, die Beschichtung sofort entfernen zu lassen und die Stelle ärztlich oder podologisch abklären zu lassen. Warum grüne Nägel entstehen und wie sie behandelt werden, lesen Sie im Artikel über grüne Zehennägel (Chloronychia).
In meiner Praxis in Berlin Steglitz und Lichterfelde sehe ich fast jede Woche Kundinnen, die nach einer Gel-Pediküre mit genau diesen Problemen kommen. Häufig wurde die Beschichtung im Studio unter Zeitdruck entfernt oder zu Hause selbst abgeknibbelt. Viele schämen sich dafür, dabei gibt es dafür keinen Grund. Mir ist wichtig, dass wir den Nagel ehrlich beurteilen, Pilz und Bakterien ausschließen und dann einen realistischen Plan machen, statt den Schaden gleich wieder unter einer neuen Schicht Farbe zu verstecken.
Gel oder Shellac: Was schadet den Nägeln mehr?
Shellac und ähnliche UV-Lacke sind in der Regel etwas nagelschonender als klassische Gelmodellagen, weil weniger stark angeschliffen wird und die Schicht dünner ist. Der Unterschied verschwindet aber, sobald falsch entfernt wird. Ein abgehebelter Shellac schadet dem Nagel mehr als ein fachgerecht abgetragenes Gel.
Klassisches UV-Gel wird in mehreren Schichten aufgebaut und meist mit dem Fräser oder der Feile heruntergearbeitet. Hier liegt das Risiko im Anschleifen: Gerät der Fräser zu tief, trifft er die Naturnagelplatte. Shellac und vergleichbare UV-Nagellacke werden dagegen mit Aceton abgelöst. Hier liegt das Risiko in der Einwirkzeit und in der Ungeduld. Wer nach zehn Minuten Acetonbad die Reste abkratzt, statt nachzulegen, nimmt Keratinschichten mit. Übrigens ist Shellac inzwischen ein Gattungsbegriff für diese Art von UV-Lacken geworden, die Technik ist bei den meisten Systemen sehr ähnlich.
Am Fußnagel ist die Ausgangslage zusätzlich anders als an der Hand. Die Nagelplatte am Zeh ist zwar dicker, wächst aber viel langsamer. Ein Schaden, der am Fingernagel nach drei Monaten herausgewachsen ist, begleitet Sie am Zehennagel gerne ein Jahr. Deshalb rate ich bei Fußnägeln zu besonders viel Sorgfalt bei der Entfernung und zu längeren Pausen zwischen den Pediküre-Terminen mit Beschichtung.
Ein Wort zu den UV-Lampen, die beim Aushärten zum Einsatz kommen: Eine Untersuchung in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology (Shipp et al., 2014) hat 17 Lampen aus 16 Nagelstudios vermessen und kommt zu dem Schluss, dass das Risiko für Hautschäden durch die kurze Bestrahlung insgesamt gering bleibt. Wer sehr regelmäßig geht, kann als Vorsichtsmaßnahme UV-Handschuhe oder Sonnenschutz auf dem Handrücken verwenden.
Übersicht: Schaden, Ursache und Regenerationszeit
Die folgende Tabelle zeigt die häufigsten Schäden nach Gelnägeln und Shellac, ihre typische Ursache, die realistische Regenerationszeit und was jeweils hilft. Die Zeiten gelten für Zehennägel, bei Fingernägeln geht es etwa dreimal so schnell.
| Schaden | Typische Ursache | Regenerationszeit (Zehennagel) | Was hilft |
|---|---|---|---|
| Dünne, weiche Nagelplatte | Zu starkes Anschleifen, lange Acetonbäder | 9 bis 12 Monate, bis die Platte komplett erneuert ist | Beschichtungspause, täglich Nagelöl, Nägel kurz halten |
| Querrillen, Dellen | Punktuelle Verletzung durch Fräser oder Feile | Wachsen mit dem Nagel heraus, mehrere Monate | Nicht glattpolieren, schonende podologische Nagelbearbeitung |
| Weiße, raue Flecken | Abgerissene Keratinschichten beim Ablösen | 3 bis 6 Monate, je nach Lage auf der Platte | Fett- und feuchtigkeitsspendende Pflege, nicht überfeilen |
| Nagel löst sich (Onycholyse) | Abhebeln, Hitze beim Aushärten, Feuchtigkeit unter der Schicht | Mehrere Monate, der Nagel muss neu anwachsen | Trocken halten, kurz schneiden, podologische Kontrolle |
| Grünfärbung (Greenies) | Bakterien unter teilweise abgelöster Beschichtung | Verfärbung wächst nach Behandlung heraus | Beschichtung entfernen, ärztliche Abklärung |
| Gelbliche Verfärbung | Farbpigmente, Weichmacher, seltener Pilz | Wächst heraus, sofern kein Pilz vorliegt | Abklären lassen, siehe gelbe Fußnägel |
Gelnägel und Shellac richtig entfernen lassen
Die wichtigste Regel bei der Entfernung lautet: niemals abhebeln, abziehen oder abknibbeln. Jede Beschichtung, die nicht von selbst locker ist, nimmt beim gewaltsamen Ablösen Nagelsubstanz mit. Eine fachgerechte Entfernung dauert länger, dafür bleibt Ihre Nagelplatte intakt.
Bei Gel wird der Aufbau vorsichtig mit Feile oder Fräser bis auf eine hauchdünne Restschicht abgetragen, ohne den Naturnagel zu berühren. Bei Shellac wird die Oberfläche leicht angeraut, dann wirken acetongetränkte Pads unter Folie etwa 10 bis 15 Minuten ein, bis sich der Lack von selbst schollenartig löst. Reste werden mit einem Rosenholzstäbchen sanft geschoben, nie gekratzt. Danach gehören Nagelöl und eine reichhaltige Creme auf Nagel und Nagelhaut. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Entfernung im Studio oder bei geschädigten Nägeln gleich in einer podologischen Praxis machen.
„Kein Gel und kein Shellac ruiniert einen gesunden Nagel, wenn sauber gearbeitet wird. Die Schäden, die ich in der Praxis sehe, entstehen fast immer in fünf Minuten Ungeduld beim Entfernen. Ein Zehennagel verzeiht das kaum, denn er braucht bis zu einem Jahr, um sich komplett zu erneuern.“
— Beata Taha, staatlich geprüfte Podologin
Regenerationsplan: So erholen sich Ihre Nägel
Geschädigte Nägel regenerieren sich nur durch Herauswachsen, denn die Nagelplatte besteht aus verhorntem Keratin und kann sich nicht selbst reparieren. Fingernägel wachsen laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) etwa 3 Millimeter pro Monat, also grob einen Millimeter pro Woche. Zehennägel schaffen nur rund 1 Millimeter pro Monat. Ein komplett erneuerter Fingernagel braucht damit etwa ein halbes Jahr, ein Großzehennagel realistisch 12 Monate und mehr. Alles, was schnellere Ergebnisse verspricht, ist unseriös.
So sieht ein realistischer Plan aus, den ich meinen Kundinnen mitgebe:
- Wochen 1 bis 2: Beschichtungspause beginnen. Nägel kurz schneiden oder feilen, nur in eine Richtung feilen. Zweimal täglich Nagelöl in Nagel und Nagelhaut einmassieren, abends zusätzlich eine fetthaltige Creme.
- Wochen 3 bis 6: Die Nagelplatte stabilisiert sich langsam. Weiter konsequent pflegen, bei der Hausarbeit Handschuhe tragen, an den Füßen auf atmungsaktive Socken und nicht zu enge Schuhe achten.
- Ab Woche 6: Am Fingernagel wird der neue, gesunde Nagelanteil an der Wurzel sichtbar. Am Zehennagel dauert das länger, oft erst nach 2 bis 3 Monaten.
- Nach 3 bis 6 Monaten: Fingernägel sind meist weitgehend erneuert. Zehennägel brauchen 9 bis 12 Monate, der Großzeh gern noch länger. Erst wenn die Platte stabil und unauffällig ist, würde ich über eine neue Beschichtung nachdenken.
Wie lange die Pause von Gel und Shellac sein sollte, hängt vom Schaden ab. Bei leicht angegriffenen Nägeln reichen oft 4 bis 8 Wochen, bei dünnen, rilligen oder teilweise abgelösten Nägeln rate ich zu 3 Monaten und mehr, am Fuß entsprechend länger. Härtende Lacke mit Formaldehydabkömmlingen sehe ich kritisch, sie machen die Platte oft spröde. Fett und Feuchtigkeit bringen mehr als jedes teure Spezialprodukt aus der Drogerie.
Nagelpilz-Gefahr: Wenn der geschädigte Nagel zur Eintrittspforte wird
Ein durch Gel oder Shellac geschädigter Nagel ist deutlich anfälliger für Nagelpilz, denn jede Ablösung und jeder Riss ist eine Eintrittspforte für Pilzsporen. Nagelpilz ist ohnehin weit verbreitet: Nach Angaben des IQWiG sind schätzungsweise 3 bis 12 Prozent der Bevölkerung von Nagelpilz betroffen, Fußnägel deutlich häufiger als Fingernägel. Kommt ein feuchtwarmes Schuhklima zu einer vorgeschädigten Nagelplatte dazu, steigt das Risiko weiter.
Achten Sie in den Monaten nach der Entfernung deshalb auf die typischen ersten Anzeichen: gelblich-bräunliche Flecken, die vom freien Nagelrand her größer werden, eine zunehmend krümelige Nagelsubstanz oder eine Verdickung der Platte. Wie Sie die frühen Signale deuten, beschreibe ich im Artikel Nagelpilz erkennen: die 7 ersten Anzeichen. Der Unterschied ist wichtig, denn eine harmlose weiße Granulation wächst heraus, ein Pilz dagegen breitet sich unbehandelt immer weiter aus. Im Zweifel schafft ein Abstrich mit Laboranalyse Klarheit. Die Behandlungsmöglichkeiten von medizinischen Lacken bis zur Lasertherapie stelle ich auf der Seite Nagelpilzbehandlung vor.
Was die Podologie bei kaputten Nägeln tun kann
Die Podologie kann geschädigte Nägel fachgerecht beurteilen, schonend bearbeiten und während der gesamten Regeneration begleiten. Genau hier liegt der Unterschied zum Nagelstudio: Im Studio geht es um Optik, in der podologischen Praxis um die Gesundheit von Nagel und Nagelbett.
Konkret gehört dazu die schonende Nagelbearbeitung, bei der raue, splitternde Stellen geglättet und abgelöste Nagelanteile fachgerecht gekürzt werden, ohne die dünne Platte weiter zu schwächen. Bei größerem Substanzverlust, etwa wenn ein Stück des Nagels abgebrochen oder abgelöst ist, kann eine Nagelprothetik die fehlende Fläche mit einer speziellen, nagelfreundlichen Masse ersetzen. Das schützt das freiliegende Nagelbett, verhindert Druckstellen im Schuh und sieht dabei natürlich aus. Eingebettet ist das Ganze in die medizinische Fußpflege, bei der ich auch Haut, Nagelfalz und mögliche Druckprobleme mitbehandle. Was eine Behandlung kostet, sehen Sie transparent in der Preisliste.
Aus meiner Erfahrung lohnt sich der podologische Blick besonders dann, wenn der Nagel nach sechs bis acht Wochen konsequenter Pflege nicht besser aussieht, wenn sich die Ablösung vergrößert oder wenn Druckschmerz dazukommt. Eine Kundin aus Lichterfelde kam vor einiger Zeit mit einem Großzehennagel zu mir, der sich nach einer Shellac-Pediküre zur Hälfte gelöst hatte. Wir haben den losen Anteil gekürzt, das Nagelbett geschützt, die Fläche mit Prothetik versorgt und den Nagel über Monate begleitet. Heute wächst er wieder fest an, und sie achtet bei der Pediküre auf ganz andere Dinge als früher. Sie erreichen mich in der Podologie-Praxis in Berlin Lichterfelde sowie in Steglitz.
Hygiene-Checkliste: Daran erkennen Sie ein gutes Pediküre-Studio
Ein gutes Pediküre-Studio erkennen Sie an konsequenter Hygiene, sorgfältiger Arbeitsweise und daran, dass man sich Zeit für die Entfernung nimmt. Bevor Sie das nächste Mal einen Termin für eine Gel- oder Shellac-Pediküre buchen, gehen Sie diese Punkte durch:
- Instrumente werden sichtbar desinfiziert oder sterilisiert, Feilen und Buffer sind Einwegartikel oder werden pro Kundin frisch verwendet.
- Vor der Behandlung werden Ihre Füße und die Hände der behandelnden Person desinfiziert, es liegt ein frisches Handtuch bereit.
- Der Naturnagel wird nur matt angeraut, nicht flächig heruntergeschliffen. Ein Fräser gehört auf dem Naturnagel nur in geübte Hände.
- Für die Entfernung wird ein eigener Termin mit ausreichend Zeit eingeplant, statt die alte Schicht hektisch abzuknibbeln.
- Bei verfärbten, verdickten oder gelösten Nägeln wird nicht einfach drüberlackiert, sondern zur Abklärung geraten.
- Auf entzündeter Haut, bei Verletzungen oder Verdacht auf Pilz wird die Behandlung verschoben.
Wenn ein Studio bei mehreren dieser Punkte abwinkt, suchen Sie sich ein anderes. Ihre Nägel begleiten Sie länger als jede Modellage.
Fazit: Kaputte Nägel nach Gelnägeln sind meist reparabel, brauchen aber Zeit
Sind die Nägel kaputt nach Gelnägeln oder Shellac, ist das ärgerlich, aber in den meisten Fällen kein bleibender Schaden. Entscheidend ist, was Sie jetzt tun: Beschichtungspause einlegen, konsequent pflegen, den Nagel herauswachsen lassen und Warnzeichen wie Ablösung, Grünfärbung oder Pilzverdacht ernst nehmen. Rechnen Sie am Fingernagel mit etwa einem halben Jahr, am Zehennagel mit 9 bis 12 Monaten Geduld. Wenn Sie unsicher sind, wie stark Ihr Nagel geschädigt ist, oder wenn sich trotz Pflege nichts bessert, schauen wir uns das in der Praxis gemeinsam an. Oft reicht schon ein Termin, um Klarheit zu haben und einen realistischen Plan für gesunde Nägel zu machen.
Häufige Fragen zu kaputten Nägeln nach Gelnägeln
Wie lange brauchen Nägel, um sich nach Gelnägeln zu erholen?
Fingernägel erneuern sich bei etwa 3 Millimetern Wachstum pro Monat in rund einem halben Jahr komplett. Zehennägel wachsen nur circa 1 Millimeter pro Monat und brauchen 9 bis 12 Monate, der Großzehennagel oft länger. Oberflächliche Schäden bessern sich mit guter Pflege meist schon nach einigen Wochen sichtbar.
Sind Nägel nach Gelnägeln immer kaputt?
Nein. Bei fachgerechter Modellage und schonender Entfernung übersteht ein gesunder Nagel Gel und Shellac ohne bleibende Schäden. Problematisch wird es durch zu starkes Anschleifen, lange Acetonbäder und vor allem durch Abhebeln oder Abknibbeln der Beschichtung. Dann verliert die Nagelplatte Keratinschichten, die erst wieder herauswachsen müssen.
Was tun, wenn sich der Nagel nach Gelnägeln löst?
Eine Nagelablösung (Onycholyse) sollten Sie nicht überkleben oder überlackieren. Halten Sie den Bereich trocken, schneiden Sie den gelösten Anteil vorsichtig kurz und lassen Sie den Nagel podologisch oder ärztlich kontrollieren. Unter dem abgelösten Nagel können sich sonst Bakterien und Pilze ansiedeln, die die Ablösung verschlimmern.
Wie lange sollte man Pause von Gelnägeln machen?
Bei leicht beanspruchten Nägeln reichen meist 4 bis 8 Wochen Pause mit täglicher Öl- und Cremepflege. Sind die Nägel dünn, rillig oder teilweise abgelöst, empfehle ich mindestens 3 Monate, an den Zehennägeln wegen des langsamen Wachstums eher länger. Eine neue Beschichtung gehört erst auf eine stabile, unauffällige Nagelplatte.
Warum sind Nägel nach Shellac so dünn und weich?
Meist wurde beim Anrauen oder Entfernen zu viel von der obersten Keratinschicht abgetragen, zusätzlich entzieht Aceton dem Nagel Fett und Feuchtigkeit. Die Platte wird dadurch biegsam, splittert und reagiert empfindlich auf Druck. Diese Schichten wachsen nur von der Nagelwurzel her nach, Pflege kann den Prozess aber spürbar unterstützen.
Quellen
- IQWiG, gesundheitsinformation.de — Nagelpilz: Häufigkeit, Ursachen und Verlauf
- IQWiG, gesundheitsinformation.de — Zehennägel richtig schneiden
- IQWiG, gesundheitsinformation.de — Podologie: medizinische Fußbehandlung
- AWMF — S1-Leitlinie Onychomykose (Reg.-Nr. 013-003)
Wissenschaftliche Studien
- Chen AF, Chimento SM, Hu S, Sanchez M, Zaiac M, Tosti A (2012): Nail damage from gel polish manicure. Journal of Cosmetic Dermatology, 11(1), 27–29. PubMed
- Rieder EA, Tosti A (2016): Cosmetically Induced Disorders of the Nail with Update on Contemporary Nail Manicures. Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, 9(4), 39–44. PubMed
- Shipp LR, Warner CA, Rueggeberg FA, Davis LS (2014): Further Investigation Into the Risk of Skin Cancer Associated With the Use of UV Nail Lamps. JAMA Dermatology, 150(7), 775–776. PubMed
Weiterführende Artikel zum Thema Nagelprobleme
Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung, Diagnose oder Behandlung durch eine Podologin, einen Podologen oder eine Ärztin bzw. einen Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Praxis. Die hier beschriebenen Maßnahmen sind allgemeine Empfehlungen und können im Einzelfall abweichen.


