Rissige Fersen kennen viele: erst fühlt sich die Haut nur trocken und rau an, dann bildet sich dicke Hornhaut, und irgendwann reißt sie ein. Aus einem kosmetischen Ärgernis werden schnell schmerzhafte, tiefe Risse, die sogenannten Schrunden oder Rhagaden. In meiner Praxis gehören sie zu den häufigsten Beschwerden, gerade im Sommer und im Winter. Ich erkläre Ihnen, wie rissige Fersen entstehen, was Sie selbst dagegen tun können, wann es gefährlich wird und wie wir die Ursache in der Podologie beheben.
Was sind rissige Fersen und Schrunden?
Die Haut an der Ferse ist besonderen Belastungen ausgesetzt. Sie trägt bei jedem Schritt unser gesamtes Gewicht und wird dabei gedehnt und gedrückt. Als Schutz bildet der Körper an der Ferse Hornhaut. Wird diese Hornhaut zu dick und gleichzeitig zu trocken, verliert sie ihre Elastizität. Sie kann der Dehnung beim Gehen nicht mehr nachgeben und reißt ein.
Man unterscheidet dabei zwei Stufen. Oberflächliche Risse betreffen nur die oberste Hautschicht, sind unschön, aber harmlos. Reißt die Haut tiefer ein, spricht man von Schrunden oder Rhagaden. Diese tiefen Risse können schmerzen, bluten und sind eine Eintrittspforte für Bakterien. Spätestens dann sollten Sie handeln.
Betroffen sind übrigens längst nicht nur ältere Menschen. Ich sehe rissige Fersen bei Sportlerinnen, bei Menschen, die beruflich viel stehen, bei Sandalenträgern im Sommer und bei allen, die von Natur aus zu trockener Haut neigen. Die Ferse ist die Stelle am Fuß, an der Druck und Trockenheit am stärksten zusammenkommen, deshalb reißt sie zuerst. Die gute Nachricht: Das Problem ist gut behandelbar, wenn man an der richtigen Stelle ansetzt, nämlich bei der Hornhaut und der Feuchtigkeit gleichzeitig.
Wie rissige Fersen entstehen
Rissige Fersen haben selten nur eine Ursache. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen, und die Basis ist fast immer eine zu trockene Haut in Kombination mit zu viel Hornhaut. Wer diese Auslöser kennt, kann gezielt gegensteuern. Diese sehe ich in der Praxis am häufigsten:
| Ursache | Warum sie die Ferse reißen lässt |
|---|---|
| Trockene Haut | Wenig Fett und Feuchtigkeit machen die Haut spröde und rissanfällig |
| Dicke Hornhaut | Verhornte Haut ist unelastisch und reißt unter Druck ein |
| Offene Schuhe, Barfußlaufen | Die Ferse hat keinen Halt und wird beim Abrollen seitlich gedehnt |
| Langes Stehen, Übergewicht | Mehr Dauerdruck auf die Ferse fördert Hornhaut und Risse |
| Diabetes, Schilddrüse, Alter | Die Haut wird trockener und regeneriert langsamer, das Risiko steigt |
Gerade im Sommer verschärfen offene Schuhe und Sandalen das Problem, weil die Ferse frei liegt und die Haut zusätzlich austrocknet. Im Winter sind es die trockene Heizungsluft und dicke Socken, mehr dazu in meinen Tipps zur Winter-Fußpflege. Rissige Fersen haben also fast immer Saison. Weitere Alltagstipps für gesunde Füße finden Sie im Beitrag zur Fußgesundheit im Alltag.
Von der trockenen Ferse zur schmerzhaften Schrunde
Rissige Fersen entstehen selten über Nacht. Meist durchläuft die Haut mehrere Stadien, und je früher Sie eingreifen, desto einfacher ist es:
- Trockene, raue Ferse: Die Haut spannt und schuppt leicht. Jetzt reicht regelmäßiges Eincremen.
- Verdickte Hornhaut: Der Fersenrand wird gelblich und hart. Die Hornhaut sollte nun sanft reduziert werden.
- Oberflächliche Risse: Erste feine Risse zeigen sich. Konsequente Pflege und Hornhautabtragung bremsen den Verlauf.
- Tiefe Schrunden (Rhagaden): Die Risse reichen in tiefere Hautschichten, schmerzen und können bluten. Spätestens hier gehört der Fuß in fachliche Hände.

Was Sie selbst gegen rissige Fersen tun können
Bei trockenen Fersen und leichter Hornhaut können Sie zu Hause viel erreichen. Wichtig ist, beides anzugehen: die Trockenheit und die verdickte Hornhaut. Nur eincremen reicht bei dicker Hornhaut nämlich nicht, weil die Creme gar nicht bis in die tieferen Schichten vordringt. Und nur Hornhaut abtragen ohne anschließende Pflege lässt die Haut schnell wieder austrocknen. Erst die Kombination aus beidem bringt den Fersen dauerhaft Ruhe.
- Richtig eincremen: Verwenden Sie eine reichhaltige Fußcreme, am besten mit Harnstoff (Urea), oft in einer Konzentration um zehn Prozent. Harnstoff bindet Feuchtigkeit in der Haut und macht sie geschmeidiger. Cremen Sie mindestens einmal täglich, am besten abends, gründlich ein.
- Hornhaut sanft reduzieren: Tragen Sie überschüssige Hornhaut nach einem Fußbad mit einem Bimsstein oder einer feinen Feile vorsichtig ab. Weniger ist mehr, denn zu aggressives Abtragen reizt die Haut und regt neue Hornhaut an. Scharfe Hobel oder Rasierer gehören nicht an den Fuß.
- Fußbäder als Basis: Ein warmes Fußbad weicht die Haut auf und bereitet sie auf Pflege und Hornhautabtragung vor. Welche Zusätze wann sinnvoll sind, lesen Sie im Beitrag zum perfekten Fußbad.
- Geschlossene Schuhe: Geben Sie der Ferse Halt, gerade wenn die Haut schon rissig ist. Ganz offene Schlappen verschlimmern das Problem.
- Genug trinken: Ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Haut von innen.
Wichtig: Bei tiefen, schmerzenden oder blutenden Rissen ist Selbstbehandlung nicht mehr der richtige Weg. Und bei Diabetes gehört die Hornhautentfernung grundsätzlich in fachliche Hände.
Hausmittel gegen rissige Fersen: was bringt was?
Rund um rissige Fersen kursieren viele Hausmittel. Manche helfen wirklich, andere sind eher Mythos:
- Harnstoff (Urea): Kein klassisches Hausmittel, aber das am besten belegte Mittel. Cremes mit Harnstoff binden Feuchtigkeit in der Haut und machen sie geschmeidig.
- Öle und reichhaltige Cremes: Olivenöl, Kokosöl oder eine fettreiche Fußcreme über Nacht, idealerweise mit Baumwollsocken darüber, pflegen die Haut spürbar. Sie ersetzen aber nicht das Abtragen der Hornhaut.
- Fußbäder: Weichen die Haut auf und bereiten sie auf Pflege und Hornhautabtragung vor. Angenehm und sinnvoll als Basis, mehr aber nicht.
- Finger weg von: Hobel, Rasierklingen oder aggressivem Abschmirgeln. Das reizt die Haut, kann verletzen und regt noch mehr Hornhaut an.
Die ehrliche Wahrheit: Gegen dicke, bereits eingerissene Hornhaut kommen Hausmittel allein oft nicht an. Sie sind eine gute Ergänzung zur Pflege, ersetzen bei tiefen Schrunden aber nicht das fachgerechte Abtragen der Hornhaut.
⚠️ Wann rissige Fersen gefährlich werden
In diesen Fällen sollten Sie die Fersen fachlich versorgen lassen, statt selbst herumzuprobieren:
- Die Risse sind tief, schmerzen oder bluten.
- Die Ränder sind gerötet, warm oder eitrig, ein Zeichen für eine Entzündung.
- Trotz konsequenter Pflege bessert sich nichts.
- Sie haben Diabetes, Durchblutungsstörungen oder ein geschwächtes Immunsystem.
Besonders bei Diabetes sind rissige Fersen kein Schönheitsproblem, sondern ein echtes Risiko. Durch die oft eingeschränkte Wahrnehmung werden kleine Wunden nicht gespürt und können sich unbemerkt entzünden. Hier ist die regelmäßige podologische Kontrolle wichtig.
Podologin Beata Taha über rissige Fersen
„Viele cremen tapfer, aber die dicke Hornhaut bleibt, und genau die reißt immer wieder ein. Der Trick ist die Kombination: die Hornhaut fachgerecht abtragen und die Haut anschließend konsequent mit Harnstoff pflegen. Wenn beides zusammenkommt, schließen sich die Risse meist schnell. Wer Diabetes hat, sollte die Fersen ohnehin nicht selbst bearbeiten, das übernehmen wir sicher und schmerzarm.“
Beata Taha, staatlich geprüfte Podologin, Podologie Berlin

Was wir in der Podologie für Sie tun
Der Kern des Problems ist die dicke, rissige Hornhaut. Genau hier setzt die podologische Behandlung an. In der medizinischen Fußpflege tragen wir die verhärtete Hornhaut fachgerecht und schmerzarm ab, sodass die Haut wieder elastisch wird und die Risse sich schließen können. Das ist deutlich gründlicher und sicherer, als es zu Hause möglich ist.
So läuft es bei uns ab: Nach einem kurzen Blick auf Haut und Hornhaut weichen wir den Fuß an und tragen die verhärtete Hornhaut mit professionellen Instrumenten schonend ab, bis die Haut wieder geschmeidig ist. Bei tiefen Schrunden reinigen und versorgen wir die Risse und besprechen mit Ihnen, wie Sie das Ergebnis zu Hause halten, damit sie nicht wiederkommen. Wie die gezielte Schrundenbehandlung und die Hornhautentfernung im Detail ablaufen, lesen Sie auf den jeweiligen Seiten.
Rissige Fersen bei Diabetes: warum Vorsicht wichtig ist
Für Menschen mit Diabetes sind rissige Fersen mehr als ein kosmetisches Thema. Zwei Dinge kommen zusammen: Die Haut ist durch die Erkrankung oft trockener und rissanfälliger, und durch eine mögliche Nervenschädigung werden kleine Wunden schlechter gespürt. So kann aus einer unbemerkten Schrunde eine tiefe Wunde werden, die sich leicht entzündet und nur langsam zurückgeht. Genau deshalb sollten die Füße beim diabetischen Fußsyndrom regelmäßig fachlich kontrolliert werden.
Wenn Sie Diabetes haben, tragen Sie Hornhaut bitte nicht selbst mit scharfen Werkzeugen ab und warten Sie mit rissigen Fersen nicht ab. Die diabetische Fußbehandlung ist genau darauf ausgelegt, Hornhaut und Risse sicher zu versorgen, bevor etwas passiert. Bei entsprechender Diagnose übernimmt die Krankenkasse diese Behandlung, mehr dazu unter Podologie auf Rezept.
Wie lange dauert es, bis die Fersen wieder glatt sind?
Das hängt vom Ausgangszustand ab. Eine nur trockene, leicht raue Ferse fühlt sich mit konsequenter Pflege oft schon nach ein bis zwei Wochen deutlich besser an. Ist bereits dicke Hornhaut mit tiefen Rissen entstanden, bringt eine professionelle Hornhautabtragung sofort spürbare Erleichterung, die Haut braucht danach aber einige Wochen, um sich vollständig zu erholen. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit: Wer nach der Behandlung täglich pflegt und die Hornhaut nicht wieder überhandnehmen lässt, hält die Fersen dauerhaft glatt. Einmalige Aktionen dagegen verpuffen schnell wieder.
Rissigen Fersen vorbeugen
Sind die Fersen einmal wieder glatt, halten Sie sie mit ein paar einfachen Gewohnheiten dauerhaft gesund:
- Täglich eincremen: Eine Fußcreme mit Harnstoff gehört ins abendliche Ritual, nicht nur, wenn es schon reißt.
- Hornhaut im Blick behalten: Reduzieren Sie überschüssige Hornhaut regelmäßig, bevor sie zu dick wird. Auch die Hühneraugen- und Druckstellenpflege gehört dazu.
- Passende Schuhe: Geschlossene, gut sitzende Schuhe geben der Ferse Halt.
- Feuchtigkeit von innen: Ausreichend trinken hält die Haut geschmeidig.
- Regelmäßige Fußpflege: Ein Termin alle paar Wochen hält Hornhaut und Haut in Balance, gerade bei Diabetes oder wiederkehrenden Rissen. Zur rundum gesunden Fußpflege gehört auch das richtige Schneiden der Fußnägel.
Und keine Sorge: Rissige Fersen sind ein sehr häufiges Problem und in den allermeisten Fällen gut in den Griff zu bekommen. Wichtig ist nur, nicht zu warten, bis es schmerzt oder blutet. Je früher Sie Hornhaut und Trockenheit angehen, desto seltener kommt es überhaupt so weit. Und wenn Sie unsicher sind oder es schon gerissen ist, schauen wir uns Ihre Fersen gern in Ruhe an und bringen sie wieder in Form.
JETZT TERMIN BUCHEN !Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder podologische Behandlung. Tiefe, entzündete oder blutende Risse sowie rissige Fersen bei Diabetes lassen Sie bitte fachlich versorgen.
Was hilft wirklich gegen rissige Fersen?
Am besten die Kombination aus beidem: die dicke Hornhaut sanft abtragen und die Haut täglich mit einer Fußcreme mit Harnstoff pflegen. Bei tiefen oder schmerzenden Rissen hilft die professionelle podologische Behandlung schneller und sicherer.
Welche Creme ist bei Schrunden am besten?
Bewährt haben sich reichhaltige Fußcremes mit Harnstoff (Urea), oft um zehn Prozent. Harnstoff bindet Feuchtigkeit in der Haut und macht sie wieder geschmeidig. Wichtig ist, konsequent und täglich einzucremen.
Warum bekommt man rissige Fersen?
Meist durch eine Kombination aus trockener Haut und zu dicker Hornhaut. Die unelastische Hornhaut reißt unter dem Druck beim Gehen ein. Offene Schuhe, langes Stehen, Übergewicht, Diabetes und das Alter begünstigen das.
Sind rissige Fersen gefährlich?
Oberflächliche Risse sind harmlos, aber unschön. Tiefe Schrunden können schmerzen, bluten und sich entzünden. Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen sind rissige Fersen ein echtes Risiko und gehören fachlich versorgt.
Was macht der Podologe bei rissigen Fersen?
Wir tragen die verdickte Hornhaut fachgerecht und schmerzarm ab, versorgen tiefe Risse und zeigen Ihnen die passende Pflege für zu Hause. So kann die Haut wieder elastisch werden und die Risse schließen sich.
Die Inhalte dieses Artikels dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung, Diagnose oder Behandlung durch eine Podologin, einen Podologen oder eine Ärztin bzw. einen Arzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnde Praxis. Die hier beschriebenen Maßnahmen sind allgemeine Empfehlungen und können im Einzelfall abweichen.


